Beate Zschäpe und ihre Anwälte

Meine Beobachtungen beruhen sich auf 107 Prozesstage bei denen ich persönlich dabei war. Der Eindruck für mich war das die Rechtsanwälte Sturm Stahl und Heer viele Chancen ungenutzt gelassen haben um ihre Mandantin in Sinne der Anklageschrift zu entkräften. Wie zum Beispiel der Komplex Kiesewetter. Da war der Zeuge Arnold dieser hätte dabei helfen können auszusagen, das die Mörder seiner Kollegen nicht Böhnhardt und Mundlos waren.
Aber man konnte eine Punkte der Anklage in den Zweifel beziehungsweise widerlegen. Wie unter anderem das Frau Zschäpe die ganze Zeit mit den beiden Uwes zusammen lebte,
was der ermittelnde Kommissar einräumen. Was unbeachtet oder untergegangen ist und positiv war der Beweissverwertungsverbot wegen den „Rohrbomben“ die man in der Garage in Jena fanden. Darauf folgte die Flucht der drei.
Ich persönlich hätte mir mehr Einsatz gewünscht, das man merkt die Anklage ist Null und Nichtig ist.
Für viele Zuschauer auf der Empore fragen sich oft warum die nicht mehr fragen, oder bei Fragen reingrätschen wo man fragt nützt das was Frau Zschäpe.
Wie zum Beispiel wenn um dem MAD geht.
Natürlich sind die Rechtsanwälte und Frau Zschäpe heute sehr im Fokus.
Viele der Zuseher möchten Frau Zschäpe reden hören, aber man muss auch respektieren das sie es nicht tut oder für sie besser ist.
Man weiß nie was noch kommt in diesem Prozess, denn das von letzten Mittwoch hatte auch keiner erwartet.

Prozesstag 118 im NSU Verfahren,spricht das Opfer Mashia Malayeri Probsteigasse.

Eine Nacherzählung zu dem ersten mutmaßlichen Bombenanschlag der NSU am 19.01.2001.
Nach einer kurzen Unterbrechung kommt das Opfer Frau Malayeri 32 Jahre alt Ärztin von Beruf im
Zeugenstand platz. Neben ihr sitzt zur linken ihre Verteidigerin Frau Lunnebach.
Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl belehrt die Zeugin, und am Schluss erwidert die Zeugin das
sie mit den Angeklagten weder verwandt noch verschwägert sei.

Götzl : Welche Erinnerungen haben sie an dem besagten Tag dem 19.1.2001.

Malayeri : Ich weiß das meine Eltern einen Weihnachtskorb mit einer Geschenkdose hatten, diese
wurde in der Weihnachtszeit bei meinen Eltern abgegeben.
Im Januar war dieser Weihnachtskorb immer noch da, und ich war sehr neugierig, deshalb habe ich
die Dose leicht aufgemacht. Da habe ich eine blaue Campinggasflasche gesehen,nicht aber dabei
gedacht, nur das ist aber ein komisches Geschenk. Habe ja keine Zündvorrichtung gesehen. Bin
dann um den Tisch gelaufen, hatte was auf dem Boden gesucht dann gab es eine Explosion sah ein
helles Licht und hörte einen Knall.
Danach lag ich auf dem Boden, hatte Schmerzen konnte nichts sehen ( Augen waren verklebt )
konnte nicht Atmen, schreien oder reden.
Dann kam meine Mutter und mein Vater. Diese haben mich herausgetragen, bis vor die Türe auf den
Gehweg., wurde dort dann hingelegt.
Rettungswagen und Feuerwehr waren zügig vor Ort,relativ zügig sendiert und bis zum Aufwachen
aus dem Koma keine Erinnerungen mehr.

Götzl : Was wurden Ihnen erzählt zu dieser Dose?

Malayeri : Zu dieser Dose wurde mir erzählt, das es Mann hier eingekauft habe, wollte diese Dose
verschenken. Diese Dose haben viele gesehen. Ich war nicht die einzige die kurz davor waren die
Dose zu öffnen. Meine Eltern sagten „das sei nicht unser Eigentum“. Ich war selber zufällig am
19.1. da, mich hat es eben interessiert was da drin und dann war ś ne Bombe.
Weiter erzählt die Zeugin, es war ein großer Stahlschreibtisch, in der hinteren Ecke stand der
Korb,zu meinem Glück hatte ich die Dose nur ganz leicht geöffnet. Ging dann aus dem vorderen
Bereich weg.Hatte mich auf dem Sofa gesetzt und im Schreibtisch sprich Schublade einen Spiegel
gesucht. Ich wollte mich für die Schule fertig machen.
Nach ca. 5-10 Sek. Lagen zwischen dem öffnen der Dose und der Explosion.
An dem Tag sind wir (Schwester und Bruder)mit unseren Eltern in den Laden gefahre. Ich hatte
mein Auto an meinem Bruder verliehen.

Götzl : Bitte schildern sie uns wo sich alle aufhielten ?

Malayeri : Es war noch früh morgens, ca. vor 7 Uhr musste mithelfen und um 8 Uhr in der Schule
sein.Keine Kunden, erst später hielten sich immer 20 Personen im Laden auf. Da wäre der Schaden
viel größer gewesen.

Götzl : Welche Verletzungen Psychische Schäden etc , wir müssen ja darüber sprechen. Sie sind ja
selbst Ärztin.

Malayeri : Ich würde ich aus gerne ausholen wenn ich darf? Hauptsächlich waren meine Augen zu
geschmolzen, diese habe diese nicht mehr aufgekriegt. Meine Haare waren natürlich verbrannt dann
war ich eineinhalb Monate im künstlichen Koma.
Dann habe ich eine Lungenentzündung durch die Intubation bekommen. Dann erfolgte eine
schrittweises Aufwecken . Dadurch habe ich Fragmente mitbekommen das meine Eltern da waren
diese haben mir von Freunden Briefe vorgelesen da ich ja kurz vor dem Abitur stand.Ich wusste das
es schlimm war, aber hatte keine Ahnung wie lange das noch dauert. Als ich das erste Mal auf der
Toilette war, hab ich mich im Spiegel gesehen, Stand unter Schock Hatte Schnitte im Gesicht Arme
war verbrannt keine Haare mehr und beide Trommelfelle waren zerfetzt. Wie 4 Ops waren nötig.
Augenhöhle war gebrochen. Durch das Schwarzpulver, hatte ich wie eine Tätowierung im Gesicht
das wurde dann durch viel Lasern und eben der Rest Schminke zum großen Teil weggemacht. Aber
ist noch Sichtbar. Narben werden immer bleiben trotz Korrekturen.

Götzl : Wie ging es dann weiter in ihrem Leben? Folgeschäden Beruflich usw.

Malayeri : Wurde Mitte März entlassen das war gegen den ärztlichen Rat dann auf eigene
Verantwortung. Die Wirkung der Schmerzmittel wurden sichtbar.
Hatte Entzugserscheinungen von den Schmerzmittel. Ich konnte nicht alleine essen, gehen und mich
waschen. Hatte dann Physiotherapie . Brauchte sehr lange um 50 bis 100 Meter zu gehen.War sehr
lange zu Hause, isoliert aber zum Glück hatte ich Freunde diese kamen zu mir. Hatte meine Eltern.
Brauchte lange um mich so in der Öffentlichkeit zu Zeigen.
Ich hatte sehr nette Lehrer die mir mein Abitur im November anboten dieses nachzuholen. Da durch
war ich gezwungen damit abzuschließen und mich zu konzentrieren.
Nach November wieder Krankenhausaufenthalte zwecks Ops am Ohr Narbenkorrekturen. Dann
bekam ich Laserbehandlungen das über Jahre, alles im Abstand von 1 bis 2 Wochen.
In die Öffentlichkeit zu gehen war für mich das schwierigste, bin dann für das Studium weggezogen
und habe Köln erstmal verlassen für ein paar Jahre. Um einfach Abstand zu gewinnen..

Götzl : Was wird bleiben an Schäden etc.

Malayeri : Sichtbare Narben im Gesicht, multiple Holzsplitter sind in meinen Kiefer eingedrungen
die wurden zum Teil entfernt wegen den Schmerzen. Das Hörvermögen das rechte ist reduziert und
das linke Ohr auch. Da ja die Druckwelle von Rechts kam.
Das schlimmste ist für mich sind die offensichtlichen Verletzunge, werde täglich darauf
angesprochen. Ich weiß dann nicht was ich dazu antworten soll. Das ist das Schwierigste für mich.
Eine Psychische Behandlung hatte ich gar keine, ich hatte das Glück einen starken Familie Rückhalt
zu haben, meine Freunde waren unterstützend da auch Lehrer.

Götzl : Wie war der Verlauf der Ermittlungen für sie?

Malayeri : Das waren in zwei Abschnitte zu sehen, das Damals und das Jetzt.
Damals alles nicht so mitbekommen, war ja relativ spät in der Lage vernommen zu werden. Später
habe ich alles durch meine Eltern mitbekommen.
Für uns war es klar, das es keine politischen Bezüge zu den politischen Iran Leuten gibt oder
Geheimdienste kamen auch nicht in Frage. Wir dachten an einen verrückten Einzeltäter. Da ich
keinen persönlichen Bezug hatte,konnte ich da ganz gut damit abschließen. Wir waren da sicher
naiv weil wir keine Anwälte hatten.
Als dann das Video kam war das ein Schock. Damit habe ich gar nicht gerechnet,dann kamen am
nächsten Morgen die Kripo keine Aussagen machen über die Fakten. Nur Warnung wegen dem
Presseansturm.
Erst einen Monat später gab es eine Vernehmung.Damals gab es das Statement das es keine
Verbindungen gab. Ich kann das nicht nachvollziehen nach all den Ermittlungsfehlern worauf
basiert diese Annahme bitte?
Wir bekamen erst spät Akteneinsicht, viele Informationen musste ich in der Presse suchen. Fragen
wie gibt es noch zusätzliche Helfer laufen diese noch frei herum, keiner der Anwesenden hier wird
mir garantieren können das es keine anderen Leute gibt, die morgen nicht vor der Türe stehen
könnten.
Gestern war mein Garagentor geöffnet, da dachte ich „ wer war das ? „
Hab mich gebückt und unter dem Auto nach einer Bombe gesucht. Hab doch nicht ganz
abgeschlossen damit.

Götzl : Was war der finanzielle Schaden?

Malayeri : Das Problem ist ja nicht der akute Schaden durch die Zerstörung der Einrichtung sonder
die dadurch fehlende Einnahmen. Meine Vater musste 4 Kinder durchbringen. Er baute alles wieder
auf, da aber meinte Mutter keinen Schritt mehr in den Laden setzten konnte, musste er den laden
dann aufgeben.
Meine Geschwister wurden oft befragt. Die schlimmsten Erkenntnisse daraus ist, es gibt Menschen
die dich wegen deiner Herkunft angreifen, attackieren wollen. Grade für uns, wir sind im jüngsten
Kindesalter hierher gekommen, haben einen Deutschen Freundeskreis sind perfekt sozialisiert. Das
ist ..Pause…sehr traurig.
Das ist Traurig für mich, für meine Familie. Schade! Pause.

Götzl : Können sie den Täter beschreiben?

Malayeri : Ich kann dazu nichts sagen, nur was mein Vater gesagt hat. Der Mann war ca. 30 Jahre
alt ca. 180cm groß, gepflegt weißes Hemd Jeans blond, leicht dieses gewellt und unauffällig
knochiges Gesicht.

Götzl : Wer war im Laden

Malayeri : Mein Vater, meine Schwester Angehörige und der Nachbar. Der Mann war nochmal da
hat gewartet bis mein Vater weg war ging hinter um zu checken warum die Dose noch nicht
explodiert sei. Das hat auch eine Frau beobachtet.

Götzl : Warum der Gedanke das es ein Geschenk ist

Malayeri : Wegen dem Motiv der Dose, Vorweihnachtszeit, dachte an eine Alkoholflaschen alles
war in diesem Präsentkorb.

Götzl : Ein Vorhalt aus… Kann mich an ein Geschenkband erinnern.

Malayeri : Keine Erinnerung daran, stelle mir das sehr kompliziert vor. Hat wie eine
Campinggasflasche zum kochen ausgesehen und eine Zündvorrichtung habe ich keine gesehen.
Dachte noch komisches Geschenk. War auch naiv.
Ich hätte genug Zeit gehabt um raus zulaufen, aber gut ändern kann ich es jetzt auch nicht.

Götzl: Haben sie einen Tinnitus?

Malayeri : Inzwischen leises Rauschen kein piepsender Ton war am Anfang mehr, nur leises
Rauschen.Da ist was konstant da ist.
Multiple Schnittwunden im ganzen Gesicht 2-4 cm, dann Rekonstruktion der Trommelfelle dafür
waren mehrere Opś nötig zwischen 2002 und 2003.

Götzl : Ab wann haben sie das Medizinstudium begonnen.

Malayeri : Ich glaub so 2003 und 2004 bin damals nach Bayern gezogen. Vorher hatte ich in Aachen
ein Physik und Chemie Studium begonnen, ich hätte mein Lebenslauf lernen sollen…
Dann gibt der Vorsitzende das Wort an die Nebenklägervertreter.

Foto von Tobias Hase

Ra Bild

Daimagüler : Haben sie jemals erwogen Deutschland zu verlassen.
Malayeri : Ja. Als das Video veröffentlicht wurde ist der erste Gedanke was soll ich denn noch
hier.Ich habe mir so viel Mühe gegeben. Bin ein Muster an Integration. Man muss natürlich sagen
das ist die Absicht dieser Leute. Und ich dachte jetzt erst Recht. So schnell lasse ich mich nicht aus
Deutschland rausjagen.
Vereinzelt Applaus von der Zuschauerempore.

Ra Erdal : Hat mal ihre Mutter was von Frau Zschäpe erzählt?

Malayeri : Ja nach dem Video. Meine Mutter konnte sich erinnern. Damals kam eine Frau in den
Laden die vehement darauf bestand unsere Toilette zu benützen bzw. die Möglichkeit in die hinteren
Räume zu kommen.Meine Mutter hatte abgelehnt Die Frau sagte dann immer zu bitte bitte..
Vor dem Korb Abgeben gab es mehrere Anrufe bei den Vermietern war eine Frauenstimme das
diese den Laden bitte nicht weiter an Ausländer vermieten soll, hier ist eine anständige Gegend.

Ein Sachverständiger will über die Verletzungsdetails

Malayeri : 6-7 Wochen Liegephase da baut die Muskulatur so extrem ab das man kaum noch gehen
konnte,Sprachproblem hatte ich den Speichel zu halten, schwere Entzugserscheinungen nach den
Schmerzmittel. Kämpfe.

Dann will der Rechtsanwalt Wolfgang Stahl nachfragen wegen der getätigten Frage von
Rechtsanwalt Erdal.
Wann ist die Person die auf Toilette wollte diese Diskussion aufgekommen.

Malayeri : Als das Video da war. Da war vom Trio die Rede und wir haben uns gefragt waren wir
blind. Hätten wir den Hinweisen ernster nehmen müssen, meine Mutter macht sich Vorwürfe hätte
die Frau nicht reinlassen sollen, sie hätten den Korb nicht aufheben sollen.

Ra. Stahl : Hat ihnen ihre Mutter erzählt, wer diese Person gesehen hat?

Malayeri : Nur sie.

Ra. Stahl: Und wann..

Malayeri : Einige Wochen davor.

Ra Stahl : Was hat ihre Mutter genau dazu gesagt

Malayeri :Ich war bei der Vernehmung meiner Mutter nicht dabei , da müssen sie schon selber
fragen. Ich habe nur gesagt das es gewisse Ähnlichkeiten aber keine komplette Identifikation. Es
waren 14 Jahre dazwischen.

Ra Stahl : Auf dem Video war Frau Zschäpe nicht zu sehen.

Malayeri : Nee, aber gleich danach, wäre ja auch sehr riskant sich selber auf dem Video zu zeigen.
Natürlich muss meine Mutter diese Bilder gesehen haben, Ähnlichkeite kann man ja nur mit
Vorlagen bemerken.

Dann gab es keine weiteren Fragen mehr.

Nur Rechtsanwältin Lunnebach will sofort eine kurze Erklärung abgeben.
Ra. Lunnebach : Ich fände es gut wenn es in Deutschland mehr Leute leben würden wie Frau
Malayeri.
Großer Applaus von der Empore.

Dies rügt dann der Vorsitzende nach der Mittagspause.
Nach der Mittagspause kommen ein paar Ärzte, der wichtigste ist der Behandelnde Arzt im
Krankenhaus der zu gleich der Leiter dieser Klinik ist.
Der sagte, das die Krankenakte von Frau Malayeri nicht mehr gibt. Sonderbar, denn es müssen
diese Akten 30 Jahre aufbewahrt werden. Keiner der Beteiligten im Sitzungssaal stellt die Frage
WARUM??

85.Prozesstag Einvernahme BKA Herr T.

Nach Feststellung der Präsenz ging der 85.Prozesstag um 9.47 Uhr los, um gleich wieder

unterbrochen zu werden.

Ralf Wohllebens Anwalt Olaf Klemke bitte um eine Unterbrechung,da sein Mandat die

Ladungsliste für den heutigen Tag auch erst grade bekommen hatte und darauf nicht vorbereiten konnte.

Deshalb bittet er um eine Unterbrechung min.1 Stunde um Ralf Wohlleben darauf

unterrichten.

Diesen Antrag wird von Wolfgang Heer dem Rechtsanwalt von Frau Zschäpe unterstützt. Der

Vorsitzende Richter am OLG Götzl entspricht diesem Antrag, und unterbricht die Verhandlung bis

um 11.05 Uhr.

Nach der Pause kommt BKA Beamte Winfried T. 44 Jahre alt und war betraut mit der Sache

Wohnungen im Zeitraum ab dem 26.1.1998 bis 04.11.2011.

Götzl erklärt T. wie er seinen Vermerk erklären soll, erst mal von sich aus erzählen, und danach

würde er ihn Sachen dazu befragen.

Herr T. führt aus, das er ab dem Zeitpunkt 26.1.1998 bis 04.11.2011 sieben Wohnungen dem „Trio“

zuzuschreiben konnte. Es wurden 4 Wohnungen in Chemnitz und 3 Wohnungen in Zwickau

bewohnt.

Es konnten keinerlei Lücken zwischen den Wohnungen festgestellt werden,alle Wohnungen seien

überlappend gemietet oder zur Verfügung gestellt worden.

Gleich nach dem Untertauchen der drei ( Beate Zschäpe,Uwe Mundlos,Uwe Böhnhardt) hätten sie

bei dem von Ihnen Bekannten Thomas Starke vorgesprochen,nach einer kurzweilige

Unterbringung nachgefragt.

Starke konnte den dreien nur kurz bei sich in unterbringen, und vermittelte eine Wohnung bei

einem Bekannten in der Friedrich Viertel Straße 85 in Chemnitz. Diese Wohnung sei in einem

Plattenbaugebiet Fritz Heckert Gebiet im Süden von Chemnitz.

Die Personen sind in einer 3 Zimmer Wohnung für ungefähr drei Wochen untergekommen. Ein

gewisser Herr R. wäre der Bekannte gewesen, und Mieter der Wohnung war dieser selbst mit

wohnend.

Diese Wohneinheit wäre heute schon abgerissen,somit ist sie nicht existent. Mitte

Februar hätte der Aufenthalt geendet, da R. sie nicht mehr bei sich unterbringen konnte.

Danach sei wieder Thomas Starke als wichtige Person angesprochen worden, der sich ja schon um sie

gekümmert hatte. Die nächste Wohnung die beschafft werden konnte war in der Limbacher Str 96

in Chemnitz Altendorf. Die Wohnung sei von von Max Florian Bu. bewohnt und gemietet

gewesen.Durch die damalige Lebensgefährtin von Max Florian Bu. Mandy St. sei das

Ansinnen durch Thomas Starke gekommen. Da sich Herr Bu. in dieser Zeit eh sehr oft bei

seiner Freundin Mandy St. wohnte, gab es keine Probleme in dieser Hinsicht. Diese wohnte in

dieser Zeit in der Bernhardstraße in Chemnitz.

Nach der Aussage von Max Florian Bu. zu urteilen, trennten sich er und Mandy St. im

Sommer 1998. Danach habe er in seiner Wohnung aufgehalten, deshalb konnte er Aussagen und Aufenthalt der drei zu tätigen.

Diese drei wohnten bis Ende August bei ihm, und wären dann durch einen Mittelsmann (Carsten

Ri.) von Thomas Starke in Chemnitz in die Altchemnitzer Straße 12 gezogen. Diese 1,5

Zimmer große Wohnung sei schon laut Aussage von Carsten Ri. angemietet worden. Ri.

sei als Strohmann bei den Vermietern aus Bayern aufgetreten.

Rechtsanwalt Heer hat Bedenken bei den Ausführungen des BKA Beamten T. da diese noch nicht

eingeführt wurden. Götzl meint daraufhin,das irgendwelche Aussagen von Zeugen nicht durch T.

ersetzt werden.

Daraufhin sagt T. das seinem Vermerk eine Einvernahme zugrunde liegen, und es würde

Sachbeweise aus der Frühlingsstraße zugrunde liegen. Zudem Anschlussvernehmungen der

Vermietern.

Darauf fährt Herr T. fort, das diese Wohnung im Zeitraum Ende August bis Mitte April 1999 als bewohnt

festgestellt worden.Ende April sei der Vertrag ordnungsgemäß gekündigt worden. Die sollte schon

Ende März geplant gewesen sein, eine Kündigung läge beim Vermieter vor, aber der Mietzeitraum

würde nochmal auf Bitten um einen Monat verlängert. Warum sei nicht ersichtlich. Ein

Einschreibebeleg wäre im Brandschutt (Frühlingsstraße) gefunden worden, um eine Nachfrage

würde um eine Verlängerung gebeten worden.

Danach sei eine 2 Zimmer Wohnung in der Wolgograder Allee 76 wieder in der Fritz Heckert

Siedlung angemietet worden. Die Mietdauer war von Ende April bis Ende August 2000, die durch

Mietverträge der Wohnungsbaugesellschaft nachgewiesen werden konnte. Der Mieter der Wohnung sei

der hier Mitangeklagte Andre E. gewesen. Durch die Wasserkostenabrechnungen konnte

nachgewiesen werden das sich Personen in der Wohnung aufgehalten hätten.Nach einer

Befragung durch die Nachbarn konnte zu minderst Frau Zschäpe von einer Zeugin im Haus

erkannt worden sein.

Wiederrum zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt lägen keine Erkenntnisse vor, die einen

Aufenthalt in der Wohnung belegen würden.Laut Aussage von Herrn Bu., hätte das „Trio“ in

einer solchen Wohnung im Süden von Chemnitz gewohnt hätten. Dort gab es ein Waldstück und in

der Nähe einen Kaufland.

Andre E.Daten lägen dem Mietvertrag zugrunde, deshalb hätte diese Anmietung ohne diese Hilfe

von Andre E. nicht über die Bühne gehen können. Unter anderem lagen bei der Anmietung

Lohnnachweise des Andre E. vor. Es gab auch eine schriftliche Mitteilung des Mietverhältnisses Ende 2000.

Danach kam der nicht nur wieder ein Wohnungswechsel, sondern auch ein Ortswechsel habe sich

angeschlossen.

Man sei dann in die Heisenbergstraße 6 in Zwickau gezogen, mit dem Personalien von

Max Florian Bu.

Dies wäre das erste Mal gewesen das man sich selber um eine Wohnung bemüht hätte,

da sich Mundlos, einen einen Reisepass auf dem Namen Max Florian Bu besorgt hätte.

Darum kann man davon auszugehen, das sich Uwe Mundlos, diesen Pass genommen hat um sich

zu legitimieren.

Man fand noch Belege, für Wasserabrechnungen und vom einem Kabelanbieter.

Max Florian Bu. hätte angegeben das er diese Wohnung nicht angemietet hätte.Man bewohnte

diese Wohnung in der Heisenbergstr. 6 vom 1.Juli.2000 bis zum 31.Mai.2001.

Die vorletzte Wohnung in der Polenzstraße 2 in Zwickau mietete man schon ab dem 1.Mai 2001.

Diese 4 Zimmerwohnung war im Ortsteil Marienthal, diesmal war der Mieter ein gewisser

Matthias Di..

Nach der Aussage von Di. hätte sein Freund Andre E. gebeten diese Wohnung zu mieten da ein

Freund einen Schufa Eintrag hätte.

Di sei auch erst Hauptmieter gewesen, und Ende Mai oder Anfang Juni sei ein Untermietvertrag

mit

Max Florian Bu geschlossen worden, wo sich wahrscheinlich Uwe Mundlos dahinter versteckte.

Diese Wohnung bewohnte man bis zum 31.Mai 2008, und von Aussagen der Bewohner im Haus,

wäre Frau Zschäpe als „Gesicht dieser Wohnung“ bezeichnet worden. Aber Uwe Böhnhardt und

Uwe Mundlos seinen nicht direkt wieder erkannt worden.

Dann sei ab dem 1.März 2008 eine weitere Wohnung, vermutlich die letzte in Zwickau gemietet

worden, bis zum 4. November.

Diese Wohnung sei auch von Di angemietet worden, und gab dann einen Untermietvertrag auf dem Namen Max Florian Bu.

Es seien 2 Wohnungen zusammengelegt worden, daraufhin hatte man dann eine vier

Zimmerwohnung im 1.OG in der Frühlingsstraße 26 gehabt.

Nun zu Fragen die der Vorsitzende Richter Götzl an den BKA Beamten T.hat.

Götzl:Ob es bei der Wohnung Friedrich Viertel Str. 85 einen Mietvertrag vorgelegen hätte?

T: Da es nur eine Aussage von R. Gegeben hätte, sei nur eine Unterbringung aus Zeit gewesen.

Denn die Wohnungsnahme dokumentiere die Verfestigung der Gruppe. Die Wohnungen von R.

und Bu seien als vorübergehende Unterbringung anzusehen.

RA Heer: Das die Beweisführung der Senat vornehmen würde.

Götzl: Es gehe um Transparenz die im Vermerk von T.eingeflossen sind.

Ra.Heer: T.bewerte habe die Aufgabe Tatsachen zu bekunden.

Götzl: Da sei man einig, daher seine Frage nach den Unterlagen oder Zeugenaussagen.

T:Bei den ersten beiden Wohnungen gab es Zeugenaussagen, mit Beginn der Anmietung durch

Carsten Ri. hätten auch Unterlagen festgestellt werden können, da es um eine eigenständige

Wohnung des“Trios“ gab.

Es gab auch eine Aussage der ehemaligen Lebensgefährtin von Andre E, Anja Sp. und von einem

Hendrik La. die einen gemeinsamen Aufenthalt der Drei nahelegten.

Anja Sp. hätte Andre E. mal zu einer Wohnung begleitet, bei der es sich um diese Wohnung

gehandelt haben sollte.Deswegen sei der Aufenthalt anzunehmen. Carsten Ri. Sagte aus das sich

die Personen als Beate,Uwe Uwe vorgestellt hätten.

Götzl: Wie der Zuschnitt der Wohnung in der Altchemnitzerstr. gewesen sei.

T: Es hätte Carsten Ri. gesagt das die Wohnung auf Dauer zu klein gewesen sei, er selber habe

laut Skizzen und die Wohnung von außen ansehen können. Diese wäre nur 27 qm groß gewesen,

so das auf Dauer eine Unterbringung von drei Personen die Qualität zum Wohnen beeinträchtigt

hätte.Interessant sei das Carsten Ri. gesagt hätte, bei der Anmeldung hätte er sich um nichts

kümmern müssen,es sei schon alles vorbereitet gewesen.

Götzl: Ob Andre E. die Adresse seiner Eltern in Johanngeorgenstadt angegeben hätte, als er die

Wohnung in der Wolgograder Allee 76 angemietet hätte.

T.: Diesen Vorhalt bestätigt er, des weiteren auch,das diese Wohnung im 1.OG gewesen wäre und

42.qm groß gewesen sei.Des weiteren wäre die Wohnung in der Heißenbergstraße 6 in Zwickau

im Erdgeschoss links gewesen, 3 Zimmer plus einen Kellerraum und 66,5 qm groß.

Götzl: Um die Polenzstraße 2 in Zwickau.

T.: Diese Wohnung wäre Erdgeschoss unten rechts gewesen, und 77,3qm groß gewesen. Der

Mietvertrag wurde in der Frühlingsstraße gefunden.

Bei der Wohnung in der Frühlingsstraße 26 sei es 2011 zu einem Eigentümerwechsel gekommen.

Danach gibt der Vorsitzende das Fragerecht an den Senat weiter dieser hat keine weiteren

Fragen, dann zur Bundesanwaltschaft, dieser hat auch keine Fragen deshalb kommen die

Nebenklagevertreter zu Wort.

Ra.Reinecke: Das die Auswertung des Herrn T. die Grundlage hätten, das die Drei zusammen

gewohnt hätten.

T.: Das sein schon richtig, aber es sei natürlich ungemein schwer Leute zu finden, die die drei

Personen bei einer Wohnungsannahme bestätigen könnten. Das sei bei Beginn schwierig gewesen und zum

Schluss weitaus besser gewesen. Carsten Ri. hätte in der Altchemnitzer Straße gesagt, das alle

drei Personen sich dort aufgehalten hätten, aber dies ohne Lücken nachzuweisen sei eben

schwer.

Ra.Reinecke:Ob es mal entsprechende Hypothesen gegeben hätte, das es vielleicht weitere

Wohnungen angemietet wären?

T.:Diese Hypothesen gab es, ja aber auch der Gesamtschau der bisherigen Beweisstücke aus der

Frühlingsstraße hätte man keine andere Wohnung belastbar herausarbeiten können. Es gab eine

Öffentlichkeitsfahndung und einen Infobrief der in der Nachbarschaft vertrieben worden ist. Daraus

gab es keine Hinweise das sich andere Wohnungen aufgetan hätten.

Rain.Lunebach: Ob es auch um die Person die Beate Zschäpe in der Wolgograder Allee gesehen

hat auch um einen Mann gehandelt haben könnte?

T: Das könnte durchaus sein, es könne hier um einen „Büroversehen“ gehandelt haben.

Ra.Stahl: Sie sagten gerade auf die Frage des Kollegen Reinecke, das man davon ausgehe dass die Drei zusammen gewohnt hätten.

Nun stehe in seinem Vermerk zur Heisenbergstraße 6 das Aussagen Dritter bzw Sachbeweise zu

dieser Wohnung nicht vorlägen,die gemeinsamen Wohnungen davor und danach aber darauf

schließen ließen.

T.: Dies sei in der Gesamtschau und seine Bewertung.

Ra.Stahl: Die Wohnung in der Wolgograder Allee wäre davor gewesen, und finden sich auch keine

Anhaltspunkte für einen gemeinsame Nutzung dieser Wohnung aller drei.

T.:Wirkliche Aussagen von den Personen, die alle drei festgestellt hätten, habe es nicht gegeben.

Man habe aber eine Person die Beate Zschäpe gesehen hätte. In der Frühlingsstraße zum

Beispiel hätten viele Hinweise gegeben über frühere Wohnungen, so ist man davon ausgegangen ist,das die Drei ihr Leben gemeinsam gestaltet haben. Entsprechend auch der Wohnungsnahme, dies sei seine Bewertung.

Ra.Stahl: Dies könne man auch anders sehen, „Ganz herzlichen Dank, Herr T

Dann zur Heisenbergstraße……

T.: Es gebe keine Erkenntnisse hinsichtlich der Wolgograder Allee, so richtig gebe es da auch

nichts, aber als Beleg auch für die Heisenbergstraße an. Des weiteren meint er das es schwierig

sei und Ra Stahl könne ja auch seine Meinung darlegen.

Götzl: Sauer und weißt T. zurecht.

T.: (kleinlaut) dies sei nicht despektierlich gemeint.Bei den Wohnungen Friedrich-Viertel-Straße,

der Limbacher Straße und der Altchemnitzer Straße gebe es Aussagen die auf einem

gemeinsamen Aufenthalt der drei Personen sprechen, bei den andren angemieteten Wohungen

wäre dies schwierig.

Rain.Lunebach: Das aus einem Vermerk von einem Kollegen von T. geht hervor, dass in der

Wohnung Wolograder Allee möglicherweise Uwe Mundlos als Bewohner erkannt worden sei.

T.: Das sei dann auch so.

Ra.Langer: Ob mal das Wasser oder Energie gecheckt worden sei?

T.:Das hätte man soweit wie hochgerechnet, und die Wasserverbräuche ließen den Schluss, zu das

diese über den Durchschnitt für einen einzelnen Menschen liegen.

Dieses Hilfskriterium wurde benützt das man dazu neige, das ich mehr als ein oder zwei Personen

aufgehalten hätten.

Um 12.15 Uhr wird der BKA Beamte T. entlassen, und die Mittagspause wird eingelegt und die

Sitzung bis um 13.20 Uhr unterbrochen.

Nach der Mittagspause gibt Ra Stahl zu der Aussage des BKA Beamten T. eine Erklärung nach

257§StPO ab.

Ra.: Stahl:

der GBA stelle im Anklagesatz die Behauptung auf, Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe hätten über

Jahre in derselben Wohnung gemeinsam gelebt und knüpfe daran auch rechtliche

Schlussfolgerungen. Auf die Vernehmung von T. könne man diese Behauptung kaum stützen. Es

hätten keine Tatsachen präsentiert werden können, denen zufolge die Drei seit 1998 durchgängig

die Wohnungen gemeinsam bewohnt haben. Auf seine Fragen bezüglich Heisenbergstraße und

Wolgograder Allee habe der Zeuge antworten müssen, dass sich für diese Wohnungen gerade

keine Erkenntnisse konkretisieren ließen und dass es sich bei der Annahme, die Drei hätten immer

zusammen gewohnt, um eine These der Ermittler handelte, die es zu beweisen gegolten habe. Es

gebe durchgreifende Bedenken gegen diese Vermutung, etwa die Größe der Wohnung in der

Altchemnitzer Straße. Aber auch die Urlaubsbekanntschaften hätten ausgesagt, dass sie gedacht

hätten, dass Zschäpe alleine wohnt.

Als nächstes kommt der Zeuge Sch. Vom LKA Saarland der mit der Auswertung des “Pogromly”-

Spiels betraut war.

Diese Einvernahme macht mein Kollege http://juergenpohl.wordpress.com/