Das ständige Hin und Her….

Es ist manchmal schwer zu verstehen wie die Welt sich dreht. Ich weiß nicht, ob es mir nur so geht, doch es ist ganz schwer einen Arbeitsplatz zu finden, der wie früher ist.

Also ich meine einen Arbeitgeber zu finden, der zu seinen Mitarbeitern steht, der noch Werte verkörpert, der sich sorgt und sich kümmert um die Belange seiner Belegschaft. Früher waren gut ausgebildete Angestellte das Kapital eines jeden guten Unternehmens.

Und heute?

Es ist ein bunter Haufen von Menschen, die zum größtem Teil von Zeitarbeitsfirmen kommen. Eine Zugehörigkeit oder eine Wertschätzung kann da nie entstehen. Im Gegenteil, eher eine Angst, wie lange kann ich diese Arbeit machen, weil ja nach einem Tag auf dem anderen Schluss sein könnte. Was dann auch zur Folge hat das man auch von der Zeitarbeitsfirma entlassen wird. Denn man bekommt meist einen unbefristeten Arbeitsvertrag, doch dieser ist wertlos. Man kommt einen geringen Verdienst und man ist wirklich ein Mitarbeiter dritter Klasse. Ich selbst kann davon, seit ich wieder in Deutschland ansässig bin, ein Lied singen. Aber der Reihe nach…

Wenn man heute auf Arbeitssuche ist, wird man in machen Berufszweigen schnell feststellen, dass man eigentlich keinen Arbeitgeber mehr findet, der selbst sucht. Auf 20 Stellengesuche kommen 2 private Arbeitgeber, wenn es hochkommt. Der Rest sind Zeitarbeitsfirmen. Die Chance von privaten Arbeitgebern zu einem Vorstellungstermin eingeladen zu werden ist fast gegen Null, wenn man nicht selbst diese angeschrieben hat. Es kommt erst Monate später eine Absage, wenn überhaupt. Es ist heute nicht mal Brauch eine Absage zubekommen, wenn man freundlich nachfragt, was nun aus der Bewerbung ist, wird man auch mal verbal aufs Korn genommen. Man hätte sich doch vorstellen können, dass wenn man vier Wochen nichts mehr gehört hat, die Stelle schon vergeben sein. Diese oder ähnliche Absagen kenne ich aus meiner Arbeitssuche.

Doch wenn man sich sich eingelassen hat, sich über eine Zeitarbeit zu bewerben, kann dies schon auch wieder länger dauern. Denn diese suchen meist für sofort, was aber in der Regel nicht stimmt. Sie wollen sofort einen Mitarbeiter, der diesen Posten zum Teil erfüllen kann. Interessant ist, dass man jetzt den neuen Begriff des Produktionshelfer erfunden hat. Der ist eine Eierlegende Wollmilchsau und verknüpft den Maschinen/Anlagenführer mit dem Helfer, der im Betrieb alles machen darf. Wenn man berücksichtigt, dass ein Maschinen/Anlagenführer ein gewisses Verständnis haben muss, müsste dieser ja auch entsprechend besser bezahlt werden. Er muss die Maschine auch umrüsten können, zum Teil auch einstellen können. Dies wird von einem Helfer, der jetzt nicht wirklich viel gemacht hat, vorausgesetzt. Das sind ganz schön hohe Ansprüche. Von Einweisungen oder Sicherheitsbelehrungen will ich jetzt gar nicht reden. Meist bekommt man gesagt, da ist Start, da ist Stopp. Es ist aber nicht gewünscht zu oft Stopp zu drücken. Das ist nicht gut, denn es schmälert die Produktivität.

Wichtig zu sagen, der Maschinen/Anlagenführer müsste eigentlich mehr Stundenlohn bekommen. Da man ihn jetzt zu einem Fachhelfer oder Gewerblicher Helfer heruntergestuft hat, kann er ja auch weniger verdienen. Also man kauft Wissen ein, aber man ist nicht bereit diesen leistungsgerecht zu bezahlen. Es macht schon gute vier Euro/Std. Unterschied aus, was ich mir das so angesehen habe. Man darf auch nicht den Fehler machen und sagen, diese Maschine kenne ich. Denn dies wird gnadenlos ausgenützt.

Dann zeigt sich schon, wie man mit Zeitarbeitsmitarbeitern umgeht. Mal wird man von der Zeitarbeitsfirma bei der Anzeige geködert mit dem Satz, „Arbeitsschuhe und Arbeitskleidung von Engelbert Strauss. “ Doch wenn es zur Einstellung kommt, wird eher selten so etwas gestellt. Oder man bekommt gesagt die Zusage, der Auftraggeber kleidet sie ein. Nun denkt man sich ok, super. Was dann kommt ist selten zu unterbieten. Denn bei einem normalen Mitarbeiter, den man richtig einstellt, würde man sich so etwas nicht trauen, bzw. machen.

Wie gesagt alles, leider schon erlebt und nicht erträumt.

Man wird nach seiner Schuhgröße gefragt. Da ich keine kleine habe, wird dann bei Kollegen nachgesehen, die frei haben oder gerade im Urlaub sind. Da man nicht annähernd diese Größe findet heißt es dann, sorry, wir haben nur die, du musst halt erst einmal damit auskommen. Das können dann schon zwei Nummern kleiner sein. Ich arbeite aber in Berufen, wo Sicherheitsschuhe Pflicht sind. Nun habe ich die letzten Male Protest eingelegt und damit mir gleich einen Rüffel von dem Arbeitgeber, sprich der Zeitarbeitsfirma eingehandelt. Eigentlich müssten sie unterstützen, dass ich 1a abgesichert bin. Nein, das Gegenteil war der Fall. Man bekommt auch nicht die gleiche Kleidung, wie die Stammbelegschaft. Jeder weiß also gleich, wer du bist. Man kann dich holen, nehmen, hinstellen, wie man lustig ist. Seine Pause darf man nur mit viel Glück dort verbringen, wo sich die Stammbelegschaft aufhält. Aber bitte abseits von den Tischen, wo diese sitzen. Das Beste ist, dass oft die regulären Mitarbeiter einen Schlüssel haben, wo sie sich kostenlos an Getränke oder Speisen bedienen können. Ein Zeitarbeiter bekommt das natürlich nicht, er muss sich von seinem kleinen Lohn noch das Essen und Trinken selbst mitbringen. Was als letzter Punkt noch interessant ist, dass man keinen eigenen Spind bekommt. Man muss sich entweder mit einem normalen Mitarbeiter einen teilen und sich so an dem Kollegen orientieren, wann er nach Hause geht, oder wo er sich gerade aufhält, weil einen eigenen Schlüssel erhält man natürlich nicht. Der Kollege kümmert sich nicht wirklich um meine Sachen, warum auch. Oder man muss seinen Sachen irgendwo abstellen, wo dann Jeder an die Wertsachen heran kommt.

Das und andere Sachen habe ich bei Zeitarbeitsfirmen schon erleben dürfen….

Letztens habe ich „prekäre Arbeit“ erlebt. Was ganz Interessantes, was ich bisher noch nicht kennengelernt hatte. Es handelt sich um Firmen, die sich auf so etwas spezialisiert haben. Sie sagen klar, dass sie prekäre Löhne zahlen, denn sonst würde des ie Firma gar nicht geben. Ich habe beim Gespräch in dieser Firma gedacht, wie bitte, das habe ich ja noch nie gehört. Das heißt also, man bekommt ein Gehalt unter dem Mindestlohn, um sich dann bei der Agentur für Arbeit das Gehalt auf den Mindestlohn aufstocken zu lassen. Die Arbeit an sich stellt keine großen Ansprüche, sozusagen eine kopflose Arbeit. Luxus, wie gestellte Arbeitskleidung bekommt man nicht. Man kommt fertig angezogen zum Job, Spinde gibt es auch nicht. Es gibt zwar einen Pausenraum, dieser ist aber sehr keimig und wurde deshalb seit Jahren nicht mehr benutzt. Von eine regelmäßigen Reinigung dort kann man nicht ausgehen.

Was mich abschließend zur Frage bringt, warum unterstützt der Staat solche Firmen?taat. Es bringt den Staat doch nichts, denn später werden diese Mitarbeiter wieder auf der Tasche liegen. Also volle Beanspruchung der Sozialsysteme in allen Bereichen. Für mich gehören solche Firmen geschlossen.

Was mich außerdem umtreibt ist, dass fast kein Arbeitgeber seine Mitarbeiter mehr wertschätzt. Es muss billiger und noch billiger werden. Dass ein Arbeitgeber für das Wohl seiner Mitarbeiter für später aufkommt ist kaum noch zu finden. Ich spreche von einer eigenen Betriebsrente, als Wertschätzung für verdiente Mitarbeiter. Doch wo gibt derlei noch? Heutzutage hat man das Gefühl man bist eine Ware, die sich immer und immer wieder neu beweisen muss. Bei den Vorstellungstermin muss man sich gut verkaufen, man wird manchmal Sachen gefragt, wo man gefühlt fast schon blankziehen muss, um eine Stelle zu bekommen. Wenn man darauf nicht antwortet, wird es dann als Schwäche oder schlechte Eigenschaft ausgelegt.

Da es kaum mehr unbefristete Arbeitsverträge gibt, kommt es auch kaum noch zu einer Identifikation mit dem Arbeitgeber. Denn man weiß nie, ob man nach dem einem Jahr noch bleiben kann, oder noch einmal verlängert wird mit dem befristeten Vertrag. Die Unsicherheit ist ein ständiger Begleiter. Einzuschätzen, was man sich was leisten kann ist schwierig, weil man immer im Auge haben muss, es könnte bald zu Ende sein.

Da witzige ist ja, man hat ja eine Probezeit, in der ein Arbeitgeber ja sieht, ob es passt, oder nicht. Dies wird kaum genutzt, sondern man wartet lieber ein Jahr. Nach diesem Jahr kommt es wieder zum Vertrag mir einer Probezeit. Was man damit echt erreichen will ist mir ehrlich schleierhaft.

Was wäre jetzt, wenn wie gefordert wird ein 15,00 Euro Mindestlohn kommen sollte. Gehen die Zeitarbeitsfirmen endlich bankrott? Warum macht man es nicht wie in der Schweiz, wo die Personalvermittlungen nur gebraucht werden, wenn man wirklich einen Engpass hat. Dann muss der Betrieb diesen Mitarbeiter gleich bezahlen wie die anderen auch. Und auch sonst ist der gleichgestellt.

Aber hier kann man schon echt resignieren bei den ganzen Tatsachen. Es muss sich dringend in dieser Kultur etwas ändern….

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