Eine kritische Anmerkung ….

Sehr wichtig ist, dass man die Missstände Prozess um den mutmaßlichen Lübcke Mörder Stephan E. anprangert. Es kann nicht angehen dass die Presse dermaßen außen vorgelassen wird, dazu keine technischen Hilfsmittel wie Laptop mit in den Gerichtssaal mit nehmen darf. Es gibt wenige Plätze für die Journalisten und Besucher im Saal. Ob da wirklich die Öffentlichkeit gewahrt wird, ist fraglich.

Darauf hat die Journalistin der SZ Annette Ramelsberger mit recht hingewiesen in ihrem Leitartikel über diesen Prozess.
Doch was mir nicht gefällt bei der Journalistin Ramelsberger, ist ihr Mimimi Journalismus. Quasi das Leiden einer Gerichtsreporterin, die bei Wind und Wetter darauf wartet, Einlass bei Gericht zu bekommen.
Eine dieser Klagen war am ersten Prozesstag in Frankfurt bei Twitter zu lesen. Da saß um 00:14 Uhr die Gerichtsreporterin Ramelsberger auf einer Bierkiste ( geliehen vom Hotel ), und setzte einen Spruch unter ihr Bild. „Wo man sich Nachts vor dem Prozess so rumtreibt. Anstehen in der Journalisten-Schlange. Es nieselt.“ (1)

Klar ist es nicht schön zu warten, grade in der Nacht wenn es nieselt. Was dass Bild den Twitter Leser vorgetäuscht hat, war dass Ramelsberger die ganze Nacht davor gewartet hat. Einige Leser finden dass dies heldenhaft, was die Gerichtsreporterin da leistet. Man möchte dann dazu schreiben, dass sie das nicht ungentgeltlich macht, sondern ihrem Job nachgeht als Gerichtsreporterin. Manch einer würde ihr sogar Kaffee vorbeibringen. Doch wer dies dann gemacht hätte, könnte enttäuscht gewesen sein, denn Frau Ramelsberger wäre in der Schlange nicht mehr zu finden gewesen.
Diese war nämlich in einem Hotel zum schlafen gegangen, als eine Ablösung von der SZ kam. Sie selbst stellte sich erst wieder um 7 Uhr an!
Hätte das Team von Zapp ARD (2) nicht berichtet dass sie von ihrer Kollegin abgelöst wurde, hätte man darüber nichts erfahren. Frau Ramelsberger wäre eine „Heldin“ geworden, denn sie hätte ja schließlich von 00:14 Uhr bis kurz vor 10 Uhr dort gewartet.

Zum wiederholten Male gibt sich Frau R. die Blöße etwas zu erzählen, was so nicht stimmt.
Nach dem der Zapp Beitrag gesendet wurde, gab es dann kritische Stimmen auf ihrem Twitterprofil. Ob dies stimme, was dort gezeigt wurde bei Zapp. Von einer Entschuldigung war Frau Ramelsberger weit entfernt, eher trotzig wie ein kleines Kind schrieb sie zurück, von wann bis wann sie dort angestanden hätte. (3) Das ist nicht wirklich souverän, Frau Ramelsberger.

Und jetzt kam noch eine quasi Rechtfertigung mit allen richtigen Details für die Nacht am 26.06.2020. (4)
Das ist echt echt nur noch traurig. Denn es gibt einige andere Journalisten die die ganze Nacht gewartet haben, ohne Ablösung. Nur von denen hört man gar nichts. Oder von Journalisten die ganz offen mit ihren Ablösungen umgehen, und kein Hehl daraus machen.

Aber man sieht das Kritik wirkt, denn früher hieß es bei Ramelsberger sie wäre jeden Tag beim NSU Prozess gewesen. Jetzt ist sie mit ihrem Team der SZ jeden Tag beim Prozess gewesen.

Quelle (1)

Quelle (2)

Quelle (3)

Quelle (4)

https://www.sueddeutsche.de/kolumne/sz-werkstatt-die-nacht-absitzen-fuer-den-job-1.4949245